Glasfenster
Ein Glasfenster ist Malerei mit Licht. Erst wenn Licht durch das Glas fällt, entfalten sich die Farben, und sie verändern sich mit Tageszeit, Jahreszeit und Wetter. Die Kunst der Glasfenster reicht bis in die Romanik und Gotik zurück und wurde im 20. Jahrhundert neu belebt.
Arbeitsweise
Am Anfang steht der Entwurf des Künstlers, meist als farbige Skizze im kleinen Maßstab. Danach wird ein Karton in Originalgröße gezeichnet, also eine Werkzeichnung mit allen Linien und Farbfeldern. Auf dieser Grundlage werden die farbigen Gläser zugeschnitten. Bei der klassischen Bleiverglasung fassen H-förmige Bleiruten die einzelnen Glasstücke ein, ihre Linien werden selbst Teil der Zeichnung. Details wie Gesichter oder Schraffuren werden mit Schwarzlot aufgemalt und im Ofen eingebrannt. Weitere Verfahren sind Betonglasfenster, bei denen dicke Glasbrocken in Beton gefasst werden, und Echtantikglas, Ätzungen oder Glasschmelz.
Zusammenarbeit
Glasfenster entstehen meist in Zusammenarbeit von Künstler und Glaswerkstatt. Der Künstler liefert Entwurf und Karton und begleitet die Ausführung.
Wirkung
Glasfenster verwandeln Räume, besonders Kirchen, Kapellen, Treppenhäuser und öffentliche Gebäude. Sie schaffen Atmosphäre, Farbe und eine Stimmung der Besinnung



